Bereits vor dem eigentlichen Winteranfang im letzten Jahr habe ich mir Gedanken um die Unterbringung unserer Hühner gemacht. Fragen wie: kann es den Hühnern zu kalt werden, wieviel Kälte vertragen diese, habe ich einen wärmeren Ausweichwohnort (Garage oder Keller?), was trinken Hühner im Winter wenn das Wasser einfriert, sollte die Vitaminzufuhr erhöht werden, könnte es im Stall nass werden und wie dichte ich diesen ab?

Nun, alle oben genannten Fragen hat die Zeit selbst beantwortet und es war alles viel unkomplizierter als angenommen. Manchmal kann das Leben nett zu einem sein :) .

Der Stall

Der Stall ist leider sehr dünnwandig und vorerst eine Testwohnung. Sobald wir weitere Hennen dazuholen kommt ein größeres Häusschen ins Gehege. Der Stall ist für den Winter mit einer dicken Lage Einstreu als Untergrund ausgestattet und darüber befindet sich eine dicke Lage Stroh. Zwischen Stall und Sichtschutzwand wurde als Isolierung ebenfalls Stroh und Geäst verteilt. Mittlerweile bezweifle ich das dies etwas bringt aber die Hühner scheinen es als besonderen Sitzplatz auserkoren zu haben. Es begab sich Ende November des letzten Jahres als ich die Hühner durchzählte. Es waren nur 2 da und das dritte weg. Etwa eine halbe Stunde suchte ich es in jedem Winkel des Gartens doch es war nirgends zu finden. Gerade als ich auf den Weg ins Haus war sah ich aus den Augenwinkeln wie sich eine Hühnerdame allmählich zwischen der Stallisolierung erhob.

Das Wasser

Vögel brauchen auch im Winter Wasser. Ich habe keine Ahnung wie und woher die armen Vögel an Wasser kommen wenn alles zugefroren ist geschweige denn wie hoch der Bedarf im Winter ist. Bei meinen Damen möchte ich diesbezüglich keine Experimente machen und es gibt täglich morgens eine frische Schale Wasser. Um den Mittag herum ist das Wasser dann soweit eingefroren und unter der Woche muss dies genügen. Mittlerweile haben es die Hennen begriffen und kommen direkt zum Wassernapf wenn ich diesen aufstelle. Diese Lösung schien mir die einfachste. Komplizierter geht es natürlich auch mit folgenden Maßnahmen:

  • Man baue einen Teich ins Gehege und installiere einen Eisfreihalter. Funktioniert mit Strom oder wahlweise mit einer Miniphotovoltaikanlage.
  • Man nehme einen Napfwärmer und stelle ihn unter den Wassernapf. Funktioniert mit Strom, wahlweise einer Miniphotovoltaikanlage oder seltener mit einer Autobatterie.
  • Man buddele ein Loch, fülle dieses mit Kies, stelle eine Grabkerze in das Loch, lege eine nicht entflammbare Platte aus Metall darüber und stelle darauf einen Feuerfesten / Nichtschmelzbaren Napf mit Wasser. Bei dieser Methode soll die Kerze angeblich 3 Tage lang halten.

Alle diese aufgeführten Maßnahmen kamen für mich nicht in Frage, da ich keinen direkten Strom zum Hühnerhaus habe, ich keinen Kabelbrand verursachen möchte wobei sich die Hühner verletzten oder gar sterben könnte und wenn ich dennoch Strom aus der Garage holen würde müsste das Licht permanent angeschaltet bleiben.

Die Kälte

Laut meinem Hühnerbuch kann bei einigen Rassen der Kamm einfrieren wenn es zu kalt ist. Nun, bei meinen New Hampshire, ist dieser nicht besonders groß und fleischig und bis jetzt laufen sie quietschfidel durch den gesamten Garten. Okay, ich muss zugeben bei einer Tagestemperatur von -8°C standen sie abwechselnd auf einem Bein aber sie hätten auch in den Stall gehen können. Im Winter haben sie den gesamten Garten ohne Einschränkung für sich, gerade auch weil das Gehege noch nicht allzuviel Schutz vor Wind und Kälte anhand von Sträuchern bietet. Als Lieblingsplatz haben sie sich die Lebensbäume ausgesucht, wohl auch weil ich den Boden mit abgestochenen Rasensoden abgedeckt habe… dort scharren sie mit Hingabe. Um meinen Mädels etwas gutes zu tun in der kräftezehrenden Jahreszeit bekommen sie mehrmals in der Woche einen Vitaminleckerbissen in Form von Mais, Äpfeln und Erbsen.

Das Legeverhalten

Nun, da ich keine reinen Legehühner habe die auf Masse gezüchtet sind und ich nicht jeden Tag ein Ei erwarte wunder ich mich um so mehr wie aktiv die Hühner sind. Mit abnehmender Sonne nimmt die Produktion ab – angeblich. Meine Damen schenken mir seitdem die Frostperiode einsetzte jeden Tag ein Ei.

Ratten und Hühner

Als letztes möchte ich ein Thema ansprechen das recht unangenehm ist. Direkt am Anfang des Winters machten wir eine Entdeckung auf dem Dach des Hühnerhauses. Kot – vermutlich Rattenkot. Ich verglich dieses kleine, schwarze, dickliche Würstchen im Internet mit Rattenkot und machte mir sorgen. Mein Freund hielt früher selbst Ratten und konnte diese Annahme bestätigen. Kann es sein, dass Ratten und Hühnerhaltung einhergehen? Davon habe ich noch nichts gelesen… ich habe auch noch nie bewußt danach gesucht. Aber wo Nahrung, gerade im Winter, frei zugänglich herumsteht lockt dies natürlich Ratten und anderes Getier an. Erneut standen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung dieses Problem zu lösen:

  • Rattengift unzugänglich für Hund und Hühner aufstellen
  • Weinraute pflanzen soll helfen Mäuse und Ratten abzuhalten, macht im Winter aber kaum Sinn
  • eine Katze anschaffen die mit Hund, Hühner und stark befahrener Straße zurechtkommen müsste
  • Kein Futter mehr stehenlassen

Und wieder wurde sich für die einfachste Methode entschieden: Das Futter wird absofort verstreut und nicht in Massen in Trögen stehengelassen. Die Hühner scheinen daran auch mehr Spaß zu haben, jetzt wird herumgelaufen und gescharrt um an die Körner zu kommen.

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