Auch als ich noch keinen eigenen Garten hatte war mir die Verwendung von Chemie in Gärten zuwider. Warum möchten Menschen in der Natur leben, hegen, pflegen und diese gleichzeitig zerstören? Das ist ein Widerspruch in sich. Doch nun, da ich einen eigenen Garten habe, möchte ich von Anfang an alles richtig machen und diesen so biologisch wie möglich gestalten. Zwangsläufig muss ich mich mit der Materie beschäftigen und möchte diese hier bereitstellen.
Definition
Die Mischkultur beschreibt das Gärtnern nach dem Vorbild der Natur. Es beschränkt sich nicht nur auf den Nutzgarten sondern kann und sollte auch im Ziergarten Verwendung finden. Die Mischkultur fördert durch günstige Pflanzengemeinschaften das Wachstum und die Krankheits- und Schädlingsabwehr der Pflanzen. Dank jahrzehntelangen Beobachtungen und Experimenten von Gärtnern gibt es bereits eine Vielzahl an Methoden und Referenzen, die den Einstieg in die Mischkultur erleichtern. Es ist nur logisch, dass dies wohl die beste Art ist, einen Garten zu gestalten, denn es ist die ökologisch sinnvollste Variante.
Boden
Wer einmal genau die Natur beobachtet und darüber nachdenkt wird feststellen, dass der Boden nie gänzlich unbedeckt ist. Böden sind in der Natur immer mit organischem Material (Laub, Nadeln, totem Gehölz) oder Pflanzen wie (Wildkäuter, Gräser, Moose) bedeckt. Ein offener Boden ist den Witterungsverhältnissen ausgesetzt und die wichtigen Nährstoffe werden zum Beispiel durch Regen ausgeschwämmt. In der Mischkultur wird dem entgegengewirkt in dem der Boden ebenfalls immer bedeckt ist, sei es durch Mulchen (Häckselausbringung, Flächenkompostierung) oder Gründung. Eine große Arbeitsersparnis in der Mischkultur ist das unnötige Umgraben des Bodens. Denn das Umgraben des Bodens zerstört die Arbeit der Bodenlebewesen.
Bewässerung
In der Mischkultur ist der sorgsame Umgang mit Wasser ebenfalls ein wichtiger Aspekt. Das Schleppen der Gießkannen kann bei dem biologischen Gärtnern auf ein Minimum reduziert werden. Durch weniger Wasserzugabe bilden sich bei Pflanzen ein tiefgreifendes Wurzelwerk mit dem diese auch Trockenperioden gut überstehen, bei ständiger Wasserzufuhr bilden sich die Wurzeln nicht, denn es gibt keinen Grund.
Düngen
Es ist nicht untersagt im naturnahen Gärtnern zu Düngen, allerdings sollte auf Chemie gänzlich verzichtet werden. Statt der Chemiekeule werden als Düngung Kompostgaben, Jauchen und Tees verwendet. Alles was zur Düngung genutzt wird kann im eigenen Garten erzeugt werden.
Fruchtfolgen und Verträglichkeiten
Eine stetige Bodenverbesserung und Pflege setzt voraus, dass eine Monokultur weitestgehend vermieden wird. Wohldurchdachte Fruchtfolgen im Gemüsegarten sorgen dafür, dass der Boden nicht ausgelaugt wird. Pflanzen entziehen dem Boden Nährstoffe und scheiden andere durch den eigenen Stoffwechsel wieder aus. Wenn die gleiche Pflanzenkultur nun ständig am gleichen Ort wachsen soll führt dies über kurz oder lang zu einem Nährstoffmangel für die Pflanze, somit können sich auch Krankheiten und Pilze verbreiten. Wenn hingegen eine Fruchtfolge eingehalten wird kann dies vermieden werden und ein natürliches Gleichgewicht wird geschaffen.
Verträglichkeiten unter den Pflanzen sollten ebenfalls bedacht werden. Einige Pflanzen vertragen sich nicht, entziehen sich gegenseitig Nährstoffe und dies führt zwangsläufig zu einem schlechten Wachstum,einem schlechten Boden und endet häufig mit Krankheits- und Schädlingsbefall, die so oft mit Chemie bekämpft werden. Bei den verträglichen Pflanzen hingegen ist gibt es keine Nährstoffkonkurrenz und Schädlinge werden abgewehrt bzw. abgelenkt.
