Als wichtige Komponente im Biogarten und in der Mischkultur ist die Gründüngung. Als Gründüngung versteht man eine Einsaat von ausgewählten Pflanzen in möglichst unbepflanzten Boden um diesen zu verbessern, das Bodenleben tiefgründig aufzulockern und mit Nährstoffen zu versorgen. Je nach Art der Gründüngung können verschiedene Wirkungen erzielt werden. Es gibt Saaten die nicht frostfest sind, wintergeeignete Sorten und Mischsaaten. Die Gründüngung sollte möglichst nach Jahreszeit und zukünftiger Pflanzung ausgewählt werden, das heißt welchen Boden sollte die Folgebepflanzung vorfinden um gut zu gedeihen. Die Gründüngung kann den Boden als Vorfrucht bereits optimal vorbereiten, je nach Saatgut wirkt sie Bodenlockernd, Humusbildend, Nematoden abwehrend usw. Eine Liste mit den einzelnen Wirkungsweisen habe ich weiter unten verlinkt.
Gesät wird die Gründüngung auf möglichst unkrautfreiem Boden. Je nach Sorte (ob Lichtkeimer oder nicht) muss das Saatgut entweder nur breitwürfig auf den Boden gestreut werden oder man sollte es leicht mit Erde abdecken. Die Flächen sollten nach Möglichkeit feucht gehalten werden. Ich habe es einmal ohne Bewässerung versucht und die Gründüngung kam nur spärlich und erst nach langer Zeit zum Vorschein.
In der Mischkultur nach Gertrud Franck wird ausschließlich Gelbsenf als Gründünger genutzt. Als Gründe dafür gibt sie an:
- die kurze Keimdauer des weichen Gelbsenfs
- mühelose und einfache Einarbeitung
- tiefe Wurzeln und ausreichende Beschattung
- stirbt ab -7° ab und hinterlässt nach dem abfrieren keine groben Stengel sondern verrottet vollständig bis zum nächsten Frühjahr
Durch die Fruchtfolgen ist eine ständige Bodenbedeckung gewährleistet und nur wenn es diese nicht mehr gibt dann wird mit dem Gelbsenf die offene Bodendecke verschlossen. In der späten Phase des Jahres wenn eine Gründüngung mit Gelbsenf nicht mehr genug Zeit gibt, dann werden die offenen Reihen mit dem Laub der davor gepflanzten Gemüse abgedeckt. Jede Reihe mit dem Laub des entsprechen Gemüses. Bevor der Boden abgedeckt wird sollte dieser bereits mit einer Grabegabel gelockert werden um den Boden zu lüften.
Ich persönlich benötige weitere Gründünger in meinem Garten und dies hat sowohl ästhetische, vor allem aber praktische Gründe.
Oft bereite ich Beete im Frühjahr vor wenn es noch zu kalt ist um Pflanzen zu setzen. Auch auf Baumscheiben kann Gründüngung eingesetzt werden damit der Boden nicht verunkrautet und die Nährstoffe nicht ausgewaschen werden. Einen besonders großen Erfolg hatte konnte ich verbuchen, als ich auf einem Brach liegendem Boden gegen die Ackermelde vorgegangen bin. Durch die rechtzeitige Aussaat von Phacelia konnte die Ackermelde kaum größer als einige cm werden und hatte keine Gelegenheit Samen zu bilden und war im Folgejahr so gut wie verschwunden.
weitere Informationen
Umfangreiche Zusammenstellung von Gründüngerpflanzen auf www.bio-gaertner.de
