Glücklicherweise kann ich einen großen Garten mein eigen nennen – Unglücklicherweise beherbergt dieser auch mehrere Wildkaninchenfamilien in diversen Generationen. Aber wie es immer so ist, die einen haben Schneckenplagen, Wildprobleme oder eben wie ich eine Wildkaninchenplage. Der sandige Boden und diverse künstlich angelegte Hügel begünstigen die Populationen ebenfalls und dagegen lässt sich kaum etwas ausrichten. Ich habe mich dennoch entschlossen den Wildkaninchen den Kampf anzusagen, denn ich möchte meinen Garten gerne so gestalten wie ich es möchte und mich nicht nach dem Wildfraß richten – und der Wildfraß ist beträchtlich bei Wildkaninchen. Da ich nun aber entschlossener Gegner von Chemiekeulen im Garten bin und Tiere nicht wahllos abschlachte bleiben mir nur wenige Möglichkeiten meinen Garten zu sichern.

Ein paar Jahre habe ich nun Erfahrung sammeln dürfen wie sich Kaninchen verhalten, was sie fressen und was sie in Ruhe lassen. Darüber hinaus bin ich gerade im Begriff meinen Garten Kaninchensicher zu gestalten, auf das ich bald alles Pflanzen kann was ich möchte.

Zur Größe und bisherigen Einfriedung des Gartens. Der Hausgarten hat eine Fläche von ca. 1700 m² und ist komplett mit Maschendraht auf eine Höhe von 1,20 m eingezäunt. Leider wurde der Zaun nicht eingegraben und somit können Kaninchen leicht unter dem Zaun hindurch schlüpfen.

Zu meinen Beobachtungen

Kaninchen haben Trampelpfade, heißt ich kann im Garten bevorzugte Eingangspunkte unter den Zäunen erkennen, diese sind ersichtlich wie schon genannt durch gut erkennbare Pfade: es hat sich eine Laufmulde ohne Vegetation gebildet. Bei der Flucht werden diese Wege ebenfalls genutzt.

Eine gewisse Neugier, ich vermute der Jungtiere, führt dazu, dass alles was junge Triebe hat wahllos angeknabbert wird. Teilweise werden auch ganze Pflanzen die frisch gepflanzt sind herausgerupft. Die Pflanzen die schmecken werden bis zur Wurzel ab gefressen. Die Pflanzen , die in einem Jahr kahl gefressen wurden können im nächsten Jahr in Ruhe gelassen werden. Als Beispiele: Sauerampfer wurde im ersten Jahr komplett heruntergefressen, im zweiten Jahr nicht einmal angerührt. Das gleiche konnte ich bei einer Rose und Pfefferminze feststellen.

Die Wildkaninchen legen ihre Bauten bevorzugt in Herdhügeln und unter befestigtem Objekten, wie z.B. Toilettenhäuschen, Terrassen und Hühnerställen an. Ich konnte 2 Arten von Bauten ausmachen. Der Kaninchenbau, in denen mehrere Familien zu wohnen scheinen und die Setzröhre. Der Kaninchenbau soll angeblich eine Tiefe bis zu 2 Metern haben und sich um viele Meter Länge erstrecken, ich habe noch nicht nachgemessen. Kaninchenbauten haben immer mehrere Aus- und Eingänge. Die Setzröhre gräbt ein Weibchen um dort ihre jungen zu gebähren und großzuziehen und hat zumeist nur einen Ein- und Ausgang. Durch die Suche nach einer geeigneten Setzröhre kann an verschiedenen Stellen angebuddelt werden, man kann dies deutlich an diversen Löchern im Rasen und Beeten erkennen.

Die Buddeltiefe bei Hindernissen, wie z.B. einem Zaun, scheint nicht besonders tief zu sein. Die tiefste Stelle, die ich messen konnte, betrug etwa 20 cm.

Sprunghöhen werden bei Kaninchen unterschiedlich angegeben, die einen schreiben von bis zu 1 m. Beobachten konnte ich bisher eine Sprunghöhe von etwa 50cm bei einem Zaun den ich gegen die Kaninchen gebaut hatte.

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